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Josef Lawitschka & Fröllersdorf


FRÖLLERSDORF (Jevisovka)

 

Der Ort liegt an der Mündung des Flüßchens Jevisovka in die Thaya,
in einer Landschaft mit Auwäldern in der Flussniederung und mit
kleinen Teichen, an denen seltene Pflanzenarten vorkommen.
 
Jevisovka entstand durch deutsche Kolonisation am Anfang des 13. Jhdts.
Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes mit seinem deutschen Namen
'Fröllersdorf' findet sich jedoch erst hundert Jahre später.
 
Ende des 14. Jhdts. kauften den Ort die Liechtensteiner, denen damals
das nahe Gut von Drnholec (Dürnholz) gehörte.
Während der böhmisch-ungarischen Kriege am Ende des 15. Jhdts.
wurde das Dorf aufgegeben, in der ersten Hälfte des 16. Jhdts. wurden
hier ebenso wie in den nahe gelegenen Orten Novy Prerov (Neu Prerau)
und Dobre Pole (Guttenfeld) Kroaten angesiedelt.
 
Nach einer Volkszählung unter Maria Theresia lebten hier 371 Menschen.
Die größte Einwohnerzahl hatte die Gemeinde im Jahr 1930, als hier
1268 Personen lebten, davon 213 Deutsche, 108 Tschechen und
918 Kroaten.
 
Während des Krieges wurde der größte Teil der Männer in die Armee
eingezogen. Nach Kriegsende wanderte ein Teil der Einwohner in den
Westen ab, der Rest wurde gewaltsam in den Nordteil des Drahaner
Berglands umgesiedelt.
 
Seit 1990 treffen sich im Ort jährlich am zweiten Samstag im September
anlässlich der traditionellen Kirchweih die ursprünglichen Bewohner und
gedenken des Lebens in ihrer alten Heimat.
 
Die ursprüngliche Kunigundenkirche wurde 1927 renoviert,
von dem gotischen Bau blieb jedoch nur der Turm erhalten.
Unter Denkmalschutz stehen heute die Figur des Hl. Johannes
von Nepomuk bei der Kirche sowie ein Kreuz am Feldweg nach
Hrusovany nad Jevisovkou.
 
 
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